Karl-Marx-Allee wird kein Weltkulturerbe

Die Karl-Marx-Allee in Berlin-Friedrichshain und Mitte hat vorerst keine Chancen, Unesco-Weltkulturerbe zu werden. Das haben die Kultusminister entschieden. Die Befürworter kritisieren die Entscheidung - und wollen weiterkämpfen.

Drei Initiativen hatten sich dafür eingesetzt, dass die beiden Architekturensembles Karl-Marx-Allee und das Hansaviertel als herausragende Beispiele für den Städtebau in Ost- und West-Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg den Unesco-Titel Weltkulturerbe erhalten.

Die Kultusministerkonferenz wählte am Donnerstag jedoch eine Reihe anderer Kulturgüter für künftige Nominierungen aus, darunter den Jüdischen Friedhof Altona in Hamburg, die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt, die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb und die Alte Synagoge in Erfurt.

Diese Kulturgüter erfüllten das “Kriterium des außergewöhnlichen universellen Wertes” und fielen nicht in die Kategorie “bereits überrepräsentierter” Kulturstätten mit deshalb “geringeren Aussichten auf Aufnahme” in die Liste, begründeten die Kultusminister.

Antje Karin Pieper vom Bürgerverein Hansaviertel kritsiert die Entscheidung: “Die Kultusministerkonferenz hat das durchgewinkt, ohne die politische Dimension zu berücksichtigen”, sagte sie auf Anfrage von Kreuzhainer. “Ich bezweifle die fachliche Qualifikation der Kultusministerkonferenz nicht, aber so ein Projekt kann nicht ohne die politische Dimension entschieden werden.” Der Bürgerverein wolle sich für eine erneute Einreichung einsetzen, kündigte sie an.

Pieper leitet die Arbeitsgruppe Weltkulturerbe des Vereins, der sich zusammen mit der Hermann-Henselmann-Stiftung und dem Förderverein Corbusierhaus für einen Eintrag in die Unesco-Liste engagiert.

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