Freudenberg-Initiative strebt Bürgerentscheid an

Der Streit über eine Bebauung des Freudenberg-Areals in Friedrichshain spitzt sich zu: Anwohner wollen sich nun mit einer Volksbefragung gegen die Pläne für die Brache wehren - und sehen sich durch die Abstimmung über das Tempelhofer Feld bestätigt.

Die Initiative “Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal” hat laut ihrer Website am Freitag beim Bezirksamt ein Bürgerbegehren eingereicht. Dieser Antrag ist Voraussetzung für einen Bürgerentscheid und erfolgreich, wenn mindestens 3% der Wahlberechtigten ihn innerhalb von sechs Monaten mit ihrer Unterschrift unterstützen. Gelingt dies und übernimmt die Bezirksverordnetenversammlung dann das Begehren nicht innerhalb von zwei Monaten, muss innerhalb von vier Monaten ein Bürgerentscheid durchgeführt werden.

Die Initiative fordert eine Reduzierung der Anzahl geplanter Wohnungen, mehr niedrige Mieten und öffentliche Grünfläche auf dem Areal an der Boxhagener Straße in dem dicht besiedelten Viertel.

Beide Seiten gehen von unterschiedlichen Zahlen aus: Der Investor Bauwert Investment Group will laut seiner Website “ca. 550″ Wohnungen errichten, die Bürgerbewegung rechnet dagegen mit knapp 800 und fordert eine Begrenzung auf 300. Dem Bezirksamt wirft sie vor, die Interessen des Investors zu vertreten. Wenn die Verwaltung das Bürgerbegehren für zulässig hält, wollen die Anwohner im Juli oder August mit dem Sammeln der Unterschriften beginnen.

Vorbild ist der Volksentscheid über das Tempelhofer Feld. Er habe “gezeigt, wie wichtig den BerlinerInnen eine behutsame Stadtentwicklung und die Sicherung von Frei- und Grünflächen ist”, schreiben die Initiatoren auf ihrer Website. Bauwert verweist auf seiner Website dagegen darauf, dem Bezirk bereits Zugeständnisse für eine Kita und Mietreduzierungen für 40 Wohnungen gemacht zu haben.

Über die Pläne wird seit Jahren gestritten. Mehrere Runde Tische mit Bezirk, Anwohnern und dem Investor wurden bereits durchgeführt.

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17.06.2014