Eigentümer beendet Hüttendorf auf Cuvrybrache

Das umstrittene Hüttendorf auf der Kreuzberger Cuvrybrache ist Geschichte: Nach einem Brand dürfen die Bewohner nicht mehr auf das Gelände an der Schlesischen Straße zurückkehren. Die Polizei sicherte es - und übergab es an den Besitzer.

Nach dem Brand am Donnerstagabend mit bis zu acht Meter hohen Flammen ermittelte die Polizei zunächst wegen versuchter Tötung und schwerer Brandstiftung. “Es war ein Tatort. Die Bewohner wurden gebeten, ihn zu verlassen”, sagte eine Sprecherin auf Anfrage von Kreuzhainer. Um eine Räumung habe es sich dabei nicht gehandelt, sagte sie. Viele Bewohner seien aufgrund des Feuers freiwillig vom Gelände gestürmt.

Die bisherigen Bewohner fühlen sich getäuscht und teilten auf ihrer Facebook-Seite mit, ihnen sei in der Nacht mehrmals von Polizisten und Feuerwehrleuten versichert worden, “dass sie nach den Löscharbeiten in ihre Häuser zurück können und eine Räumung ausgeschlossen sei”.

Am Freitagvormittag um 11.10 Uhr übergab die Polizei die Fläche allerdings an den Eigentümer Artur Süsskind. Dieser lehnte eine Rückkehr der Bewohner ab, ließ die zwei Eingänge mit Zäunen versperren und beauftragte einen privaten Sicherheitsdienst mit der Bewachung. Bereits seit Monaten lag der Polizei eine Räumungsanfrage Süsskinds vor. Eine gewaltsame Räumung wurde seitdem erwartet. “Es ist nun eine einfache Variante gewesen”, sagte die Polizeisprecherin.

Seit 2012 hatten Obdachlose und Aussteiger auf dem Gelände ein Dorf aus Holzhütten und Zelten errichtet und dort ohne Toiletten, Duschen und Strom gewohnt. Für die nun obachlosen Bewohner ist das Bezirksamt zuständig. Einige von ihnen warfen der Behörde vor, ihre Mitarbeiter hätten lediglich eine Adressenliste mit Notunterkünften verteilt, die voll seien. Das Amt teilte dagegen mit, die meisten hätten Hilfsangebote abgelehnt.

Süsskind will auf dem Gelände Hunderte Wohnungen unter dem Namen “Cuvryhöfe” errichten.

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19.09.2014